Willkommen auf PAPIERMüHLEN.DE

papiermühlen.de bietet Ihnen weiterführende Links auf Webseiten zum Thema papiermühle

Startseite > papiermühle

Eine '''Papiermühle''' ist ein gewerblicher Betrieb zur Herstellung von Papier.

Geschichte

Über arabische Händler gelangte im 13. Jahrhundert Papier nach Italien. In der Folge bildete sich in der Mitte dieses Jahrhunderts im mittelitalienischen Fabriano das erste europäische Papiermacherzentrum heraus. Von dort gingen wichtige Verbesserungen für die Papierherstellung aus, wie beispielsweise das wasserradgetriebene Stampfwerk für den Rohstoff, die Papierleimung auf tierischer Rohstoffbasis und die Erfindung des Schöpfsiebes aus Metalldraht.

Die erste deutsche Papiermühle (Papiermacherwerkstatt) wurde 1390 von dem Nürnberger Handelsherrn .</ref>

Funktionsweise und Prinzip

Das Prinzip der Papierherstellung in Europa beruht seit dem Hochmittelalter darauf, dass der Papiermacher mit Schöpfrahmensieben dünne Schichten aus dünnflüssigem Papierbrei aus der Bütte absiebte und diese anschließend gepresst, geleimt und getrocknet wurden.<ref name="böhm-5">Jutta Böhm: ''Mühlen-Radwanderung. Routen: Kleinziegenfelder Tal und Bärental'', Umweltstation Weismain des Landkreises Lichtenfels, Weismain/Lichtenfels (Landkreis Lichtenfels), 2000, 52 S. (zahlr. Ill., Kt.), S. 5?6</ref>

Bis Mitte des 19.?Jahrhunderts bildeten in Europa Hadern aus Leinen, Hanf oder Baumwolle ? zusammen mit Spinnerei- und Seilereiabfällen ? den einzig verfügbaren Faserrohstoff bei der Papierherstellung, bei der sogenanntes Hadernpapier entstand. Die Hadern
sammelten oder kauften umherziehende Lumpensammler als fahrendes Volk bei der Bevölkerung auf und veräußerten sie an Papiermühlen. Dort wurden die Hadern in Wasser eingeweicht, damit sie faulen. Anschließend wurden die Hadern von einem vom Mühlrad angetriebenen Stampfgeschirr mechanisch zerkleinert und in einzelne Fasern zerlegt, woraus der Faserbrei zum Schöpfen entstand. Die geschöpften Papierstücke wurden stapelweise in einer Presse vorgetrocknet und danach als Einzelblätter in gut durchlüfteten Räumen der Papiermühle zum Trocknen auf Leinen aufgehängt.

Probleme für Mensch und Natur

Papiermühlen lagen wegen des Gestanks und Lärms im Mittelalter außerhalb der Stadtmauern. Die Papierherstellung mit Lumpen stellte eine große Belastung für die Umwelt dar, da durch das Waschen der Lumpen sehr viel Schmutzwasser anfiel, das in die Gewässer zurückgeleitet wurde.<ref name="böhm-5" /> Auch nicht selten entstanden bei den Arbeitern durch den Umgang mit den Rohstoffen der Papierherstellung gesundheitliche Schäden.<ref name="böhm-5"/>

Schauanlagen, Museen

Siehe auch

Literatur

  • Günter Bayerl: ''Die Papiermühle. Vorindustrielle Papiermacherei auf dem Gebiet des alten deutschen Reiches ? Technologie, Arbeitsverhältnisse, Umwelt'', 2 Teile. Peter Lang, Frankfurt/Main u.?a. 1987
  • '' (Hrsg.): ''Journal von und für Franken'', Nürnberg 1791, Band 3, S. 233?238.
  • Erwin Frauenknecht: ''Papiermühlen in Württemberg. Forschungsansätze am Beispiel der Papiermühlen in Urach und Söflingen''. In: Carla Meyer (Hrsg.): ''Papier im mittelalterlichen Europa. Herstellung und Gebrauch''. Berlin [u.?a.] 2015, S. 93?114.
  • Carla Meyer (Hrsg.): ''Papier im mittelalterlichen Europa. Herstellung und Gebrauch''. Berlin [u.?a.] 2015
  • Olaf Mußmann: ''Papier, Pulver und sanfte Energie. Alltag und Technik im vorindustriellen Mühlengewerbe''. Münster 1993

Weblinks

  • papierschule.org Interaktive Plattform des Verbandes Deutscher Papierfabriken zu den Themen Rohstoffe, Produktion, Recycling und spezifischen Berufsbildern in der Papierindustrie
  • Dieter Freyer: Die Papiermühle aus ?Kleine Papiergeschichte?
  • Patent-Papierfabrik Internetseite der Patent-Papierfabrik in Sieversdorf-Hohenofen, die eine komplette Produktionsstrecke beherbergt

Einzelnachweise